Arbeitsplan "Leseschule"

Der Arbeitsplan gliedert sich in die zwei Bereiche Leseförderung und Lesemotivation. In Absprache mit dem Schulträger und der Schulkonferenz wurden folgende Arbeitsschritte vom Kollegium der Privatschule verabschiedet und werden ab dem Schuljahr 2004/2005 als verbindliche Maßnahmen an der Georg-Müller-Schule umgesetzt.

Leseförderung:

  1. Am jeweils ersten Klassenpflegschaftsabend erhalten die Eltern der Schulanfänger eine Informationsbroschüre. Sie enthält u. a.

    • wichtige Informationen zum Leseerwerb 
    • Alltagshilfen und Ratschläge zur Förderung der Lesemotivation 
    • Liste zur Darstellung der Lautzeichen („Kieler Leseaufbau“) 

    Die Zusammenstellung dieser Broschüre erfolgte durch einzelne Mitarbeiter des Kollegiums. 
    Der Klassenlehrer erläutert am ersten Elternabend die einzelnen Informationsblätter und beantwortet ggf. Fragen zum Verständnis der Texte.

  2. Im ersten Schuljahr wird die Gebärdensprache (Kieler Methode) eingeführt. Die Kinder der ersten Klasse lernen für jeden Graphem bzw. Laut ein Zeichen kennen. So wird ein zusätzlicher Lernkanal angeregt und aktiviert. Insbesondere Kinder mit auditiven bzw. visuellen Wahrnehmungsstörungen erfahren eine zusätzliche Möglichkeit zur Wiedererkennung der Buchstaben (Generalisierung und Diskriminierung).

  3. Die Eltern der Schulanfänger werden als „Helfer“ im Unterricht integriert. Sie unterstützen wöchentlich als „Lesemütter“ bzw. „Leseväter“ den Leseprozess der Kinder. Dabei wird die Klasse vom Klassenlehrer in Kleingruppen eingeteilt, die von den Eltern unter der Aufsicht des Lehrers betreut werden.

  4. Lese-Rechtschreibschwache Kinder erhalten an der Georg-Müller-Schule eine zusätzliche Förderung. Zur Erörterung des Förderbedarfs einzelner Schüler findet vierteljährlich eine pädagogische Konferenz statt. Die Fachlehrer legen ggf. adäquate Maßnahmen zur individuellen Förderung der Lesekompetenz fest und bilden kleine Lerngruppen, die außerhalb oder während des Unterrichts eine zusätzliche Förderung durch eine Lehrkraft erhalten.
    Als Förderdiagnostik im Bereich der Orthographie dient die Hamburger Schreibprobe (HSP). Für den Lesebereich wird ein spezieller Hör-Lesetest eingesetzt. Im Anschluss an die Diagnostik wird ein Förderplan entwickelt, der in Zusammenarbeit mit der Förderlehrkraft und dem jeweiligen Klassenlehrer umgesetzt wird.

  5. Im Frühjahr des Jahres 2004 wurde an der Georg-Müller-Gesamtschule in Wetter die Leseschule „Lese-Nest“ gegründet. Dabei wird zwischen den Mitarbeitern dieser Einrichtung und den Kollegen der Grundschule eine intensive Zusammenarbeit angestrebt. Leseschwache Kinder erhalten dort, neben der Förderung durch die Grundschule, ein zusätzliches Angebot zur Lesehilfe. Eine Informationsveranstaltung an interessierte Eltern fand im Frühsommer des Jahres 2004 bereits statt.
    Lesemotivation:

Lesemotivation:

  1. In der Grundschulzeit werden die Kinder der Georg-Müller-Schule mindestens zwei Bücher als Ganzschriften im Deutschunterricht kennen lernen.
    Zu diesem Zweck wird jährlich ein Klassensatz von der Schule gekauft. Die Auswahl trifft die Fachkonferenz mit Zustimmung der Schulkonferenz.

  2. Die bestehende Schulbücherei steht den Grundschulkindern auch weiterhin zur Verfügung und wird zukünftig durch zusätzlichen Büchereinkauf erweitert. Die Eltern der Kinder organisieren den Verleih und die Katalogisierung der einzelnen Bücher. Zu Beginn der Grundschulzeit erhält jeder Schulanfänger einen Büchereiausweis.

  3. In der Grundschulzeit wird ein einführender Besuch in die Stadtbücherei durch die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer verbindlich für jede Klasse durchgeführt.

  4. Im Jahr 2005 wird an der Schule eine Autorenlesung stattfinden. Die Fachkonferenz wird eine entsprechende Einladung aussprechen.

  5. An der Georg-Müller-Schule wird mit Beginn des Schuljahres 2004 / 2005 jährlich die Aktion „Tag des Buches“ durchgeführt. Die Ausgestaltung obliegt der Verantwortung des jeweiligen Deutschlehrers einer Klasse.